Wie unsere Ernährung den Regenwald beeinflusst

Was sind Regenwälder eigentlich?

Regenwälder sind Gebiete, in denen es - wie der Name es schon verrät - äusserst viel und oft regnet. Durch die damit entstehenden Bedingungen, bieten Regenwälder ein Umfeld, das geprägt ist von einer überaus hohen Artenvielfalt. Doch welche Bedingungen sind das eigentlich? Regenwälder erleben sehr schwache Jahreszeiten und nur kurzen Trockenperioden, damit sind sie ganzjährig grün und feucht. In Millionen von Jahren haben sie sich zu einem dichten Netz aus verschiedenen Schichten sogenannten “Stockwerken” aus Pflanzen entwickelt, die eine Vielzahl an Tierarten beherbergt. 

Unsere Regenwälder beheimaten dadurch ganze 50% aller Tier- und Pflanzenarten der Welt! Obwohl sie nur 7% der Erdoberfläche ausmachen.

Und warum sind Regenwälder so wichtig für unser Klima? Regenwälder spielen eine wichtige Rolle in vielen Kreisläufen. Einer der wichtigsten jedoch, ist die Wasserversorgung. Wälder transportieren Wasser über tausende Kilometer landeinwärts. Eine Distanz, die nicht allein durch Regenwolken, die über dem Meer entstehen, abgedeckt werden kann. Wälder speichern Feuchtigkeit und geben diese im Verlauf der Zeit durch Verdunstung wieder frei. Kühlt dieser Dunst ab, wird das Wasser in Form von Regen wieder freigegeben und bietet uns Wasser, das in Regionen im Landinneren benötigt wird. 

 

Ein zweiter wichtiger Grund ist die Neutralisierung von CO2. Wie du weisst, nehmen Pflanzen CO2 auf. Sie speichern es in ihrer Biomasse und ernähren sich aus der gemeinsam mit dem Sonnenlicht erzeugten Glukose. Durch diese Fotosynthese ernähren sich nicht nur die Pflanzen von CO2, sondern binden es auch langfristig und reinigen unsere Luft. 

 

Doch wie steht es eigentlich um unsere Regenwälder? Bereits 20% unserer Regenwälder sind zerstört. In der Minute werden ca. 1-2 Hektar Regenwald gerodet! Industrieprogramme wie der Anbau von gewinnbringenden Palmölpflanzen, Soja-Plantagen und Errichtungen von Minen, haben Menschen dazu veranlasst riesige Flächen des Regenwaldes zu zerstören.. 

Jährlich wird eine Fläche von 7.6 Millionen Hektar gerodet, das entspricht fast der doppelten Fläche der Schweiz!

Dies verringert nicht nur den Lebensraum von Wildtieren, sondern verändert das gesamte Klima. Die Trockenperioden verlängern sich von Jahr zu Jahr, was zu einer verbreitenden Austrocknung der Regenwälder führt, weniger CO2 kann absorbiert werden und weniger Wasser ins Land transportiert werden. Wir haben für dich die Regionen auf der Karte markiert, welche derzeit von Regenwald bedeckt sind. 

 

Regendwaldgebiete markiert auf Weltkarte

Forschern zufolge verlieren wir durch die Rodung des Regenwaldes täglich ca. 137 Spezies an Pflanzen, Tieren und Insekten, da ihr Lebensraum zerstört wird. 

Um dies zu stoppen müssen Alternativen gefunden werden. Während Unternehmen stückweise auf nachhaltig angebautes Palmöl umsteigen um die Rodung der Wälder zu stoppen gibt es noch andere Ursachen: unser Hunger. 

Ein Grossteil der durch uns verzehrten Lebensmittel hat eine Verbindung zum Regenwald. Der Kakao in unserer Schoggi zum Beispiel, stammt in den meisten Fällen aus Gebieten, für die Regenwald gerodet wurde. Eine Untersuchung des WWF zeigte, dass wir Schweizer alleine eine Anbaufläche beanspruchen, die ca. die Hälfte unseres Landes ausmacht. Ebenso werden mehr als 80% des Sojas, das importiert wird für die Fütterung von Tieren verwendet und könnte drastisch reduziert werden durch einen Umstieg auf andere Ernährungsformen oder Fütterung mit lokalen Futtermitteln. 

 

Warum hängt der Konsum von tierischen Lebensmitteln direkt mit der Abholzung des Regenwaldes zusammen? 

Grosse Flächen der Regenwälder werden abgeholzt, um Platz für Anbauflächen zu schaffen. Hierunter zählt vor allem, wie oben erwähnt, das Futtermittel Soja. Hinzukommt jedoch, dass nicht nur das Futter dort angebaut wird, sondern auch Weideflächen für die Tiere geschaffen werden. Dies zusammen führt zu einem enormen Platzbedarf, was insgesamt für ca. 91% der Zerstörung des Amazonas verantwortlich ist. Brasilien alleine produziert ca. 1/3 des weltweiten Soja-Handels und dazu braucht es Platz.

Warum wird Tieren überhaupt Soja verfüttert? Sojabohnen erhalten viel Eiweiss und sind vergleichsweise günstig. Der daraus gewonnene Schrot eignet sich damit überaus gut zur Fütterung von Masttieren, um schnelles Wachstum zu erzielen.  

Übrigens: Wusstest du, dass gentechnisch verändertes Futtermittel, also beispielsweise Sojaschrot aus gentechnisch verändertem Soja, zwar dem Käufer des Futtermittels gekennzeichnet werden muss, nicht aber dem Endverbraucher, der das Fleisch kauft? 

 

Was kannst du dazu beitragen, diese enorme Menge zu reduzieren?

  1. Vermeide den Konsum von tierischen Lebensmitteln und achte darauf, aus welchen Bedingungen sie stammen. Ganze 98% des weltweiten Soja-Konsums ist auf Futtermittel zurückzuführen, da es einen hohen Eiweissgehalt aufweist und aufgrund oft gentechnisch veränderter Bestandteile zu günstigen Verhältnissen angebaut werden kann. Können wir diese Masse reduzieren, indem wir bspw. auf eine pflanzliche Ernährung umsteigen, müssen weniger Flächen im Regenwald hierfür gerodet werden.
  2. Achte auf die Herkunft deiner Käufe. Beziehe so viel wie möglich regional, aus lokalen Ressourcen und versuche beispielsweise auf Palmöl wo immer möglich zu verzichten. Das ist teilweise nicht einfach, da die Verwendung von Palmöl oft nicht ausreichend ausgezeichnet ist und sich in mehr Produkten wiederfindet, als du vermutest wie zum Beispiel in Waschmitteln und Lippenstiften. 
  3. Reduziere deinen Food waste. Indem wir unsere Ressourcen besser nutzen, können wir den Bedarf an Genuss- und Lebensmitteln deutlich reduzieren und müssen weniger beziehen. Ein Drittel aller Lebensmittel in der Schweiz schafft es vom Feld nicht auf den Teller. Entweder weil es in Form und Aussehen nicht perfekt ist, oder zu viel eingekauft wurde. Indem du geplanter einkaufst und weniger Lebensmittel wegwirfst, kannst du dazu beitragen die CO2 Emissionen hierfür zu reduzieren und Regenwälder zu schonen. Verschiedene Anbieter ermöglichen es sogar die übrig gebliebenen Lebensmittel von Anderen abzunehmen: Mit der App Too Good to Go kannst du beispielsweise übrig gebliebene Speisen aus Restaurants, Bäckereien, Hotels etc. zu einem Bruchteil des Original-Preises retten. 

Wir von VE COOK haben uns dazu verpflichtet, in Einklang mit der Natur und damit auch mit den Regenwäldern zu arbeiten. Deshalb beziehen wir unser Soja aus verantwortungsvollen Quellen und in Bio-Qualität aus Frankreich und lassen unsere Verpackungen ausschliesslich von FSC-zertifizierten Herstellern anfertigen. Mit der Erleichterung der pflanzlichen Ernährung möchten wir dir einen Weg bieten, so einfach und unkompliziert wie möglich deinen Konsum an tierischen Produkten zu reduzieren. Alle Zutaten, die du zur Zubereitung unserer Gerichte mit Cooking Kits noch brauchst kannst du dann regional beziehen und dadurch auch die Hersteller vor Ort unterstützen. Das tut nicht nur dir gut, sondern auch der Umwelt. 


Mit Google Timelapse können wir die Veränderung der letzten 40 Jahre besonders gut beobachten. Schau selbst, wie sich die Flächen der Regenwälder seit 1984 verändert haben:

 

 

Quellen: 

WWF Schweiz (https://www.wwf.ch/de/unsere-ziele/regenwald-gruen-soweit-das-auge-reicht) Stand 12.09.21

Oro Verde - Die Tropenwaldstiftung (https://www.regenwald-schuetzen.org/regenwald-wissen/der-regenwald) Stand 12.09.21

Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (https://www.landwirtschaft.de/diskussion-und-dialog/umwelt/soja-nahrungsmittel-fuer-tier-und-mensch) Stand 12.09.21

Pusch (https://www.savefood.ch/de/blog/detailseite/schwerwiegendes-problem.html) Stand 12.09.21

Margulis, Sergio. "Causes of Deforestation of the Brazilian Amazon". World Bank Working Paper No. 22. 2003

Tabuchi, Hiroko, Rigny, Claire & White, Jeremy. "Amazon Deforestation, Once Tamed, Comes Roaring Back". New York Times. February 2017

Bellantonio, Marisa, et al. "The Ultimate Mystery Meat: Exposing the Secrets Behind Burger King and Global Meat Production". Mighty Earth 

Oppenlander, Richard A. Food Choice and Sustainability: Why Buying Local, Eating Less Meat, and Taking Baby Steps Won’t Work. . Minneapolis, MN : Langdon Street, 2013. Print.

WWF Schweiz (https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtschaft/soja/soja-als-futtermittel) Stand 17.01.22

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